Morgens halb neun in Sursee – das Personal am Bahnschalter ist bestens gelaunt (wer’s glaubt wird selig) – die beiden Herren davor wirken noch etwas müde (es mussten ja schliesslich am Vorabend noch ein letztes Mal ein paar Schweizer-Bierchen vernichtet werden hehe!) Nichts desto trotz ist die Stimmung gut und nach einem Pitcher Kaffee ist auch die Müdigkeit wieder weg. Also ab zum Flughafen! Im Restaurant trinken ein paar Engländer schon munter Hopfentee – wir warten noch ein bisschen! Nach einer wahrlich kurzen Flugzeit erreichen wir den Flughafen in Barcelona. In der Toilette riecht es wie im Hallenbad und den Fusspilz könnte man sich wahrscheinlich auch holen. Desinfizieren ist angesagt und so machen wir uns auf zur Bar. Ein kleines San Miguel hat noch niemandem geschadet. Nach einer halben Stunde fängt es mächtig an zu regnen, was uns für ein paar weitere Bierchen begeistert! Der Herr an der Kasse freut sich über das viele Trinkgeld! Nach zwei Stunden sind wir ziemlich angeheitert und amüsieren uns köstlich über die arbeitsfaule und sich etwas schwuchtelig benehmende Flughafencrew. Nach einer weiteren Stunde ist aus dem „angeheitert“ ein „voll“ geworden und wir verlassen mit Müh und Not den Flughafen, trampeln in den Bus und haben nach zehn Minuten schon den ersten Konflikt mit dem Chauffeur. Zum Glück verstehen wir uns gegenseitig nicht! Nun denn nun gut - ist ja nicht weit bis zum Hotel – denkste! „Ken Ju Schou As Se Wey to Se Hotöu??“ Hmmm Englisch ist in diesem Zustand schon etwas schwierig!! Schlussendlich gelangen wir, Dank der Hilfe eines netten Schotten, doch noch zur Unterkunft. Etwas Essen wäre nicht schlecht (schliesslich ist es schon sechs Uhr). Also auf zum nächsten Restaurant gleich um die Ecke. Fuck off! Spanier essen frühestens um Acht! Was sind denn das für Sitten? Wir sind hungrig!! Hmm ein San Miguel beruhigt den knurrenden Magen für’s erste. Nach dem Essen geht’s mit unseren Reiseführern (Lemmy und Vanessa) in die erste Metal-Bar – das „Metal Maniac“. Schnell schliessen wir Freundschaft mit dem Barkeeper und den anwesenden Gästen. Guter Sound und Bier heben die Stimmung! Das komische ist nur, dass unsere Pegel bei weitem nicht die höchsten sind. Der Barkeeper und der TAXICHAUFFEUR!!!!!! übertreffen uns bei weitem! Wir lehnen sein Angebot, uns zum Hotel zu fahren, dankend ab und setzen uns lieber bei unseren beiden Reiseführern in den Wagen! Uff ein langer Tag geht zu Ende und wir sind froh auf den harten Matratzen die Promille-Grenze etwas senken zu können! Good Night!!

Den zweiten Tag starten wir in einem kleinen Restaurant gegenüber. Ein köstliches Omelette frischt die bleiche Gesichtsfarbe schnell auf. Nach einem kurzen Fussmarsch, der auch nicht schadet, gelangen wir schon ins Zentrum der Stadt. Wir steigen in den Touristenbus und lassen uns durch die riesige Stadt chauffieren. Das ist auf jeden Fall lohnenswert, wenn man sich nicht auskennt und nicht sonderlich gut zu Fuss ist. An einigen Haltestellen steigen wir aus um ein paar Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Die Architektur ist fantastisch aber auf Dauer etwas langweilig. Also begeben wir uns zum Erotikmuseum. Später lassen wir uns erklären, dass für die Spanier Erotik schon eher Pornographie bedeutet – das hätten wir uns anhand des Museums auch selber denken können! Interessant ist’s allemal! Am wichtigsten ist aber, dass das Museum über ein WC verfügt!! Der Gerstensaft vom Vorabend zeigt enorme Wirkung und lässt eines der beiden Bandmitglieder (Krausekopf – mehr Infos gibt’s nicht!!) furzend und schwitzend durch die Räume rennen. Puh! Gerade noch mal gut gegangen! Auf dem Weg zum Hardrock Cafe sieht man viele Pantomimen und Künstler die ihre Kunststückchen für Geld vorführen. Zum Glück hat es sehr viele Leute, so dass wir uns alles anschauen können, ohne auch nur einen Cent zu bezahlen. Wir überlegen uns eine eigene Show – lassen es dann aber doch sein! Am Strassenrand verkauft irgendein zerzauster, vergammelter Chinese Papageien, Rebhühner und sonstiges lebendiges Geflügel – Vogelgrippe hin oder her – was heisst das für uns?? Zeit zu desinfizieren!! Im Hardrock Cafe tummeln sich Leute aus den verschiedensten Ländern. Engländer, Deutsche, Österreicher usw. Das Bier ist teuer aber güüüd! Ausserdem ist die Toilette sauber und da der Dickdarm immer noch Nachwehen aufweist auch angenehm nahe gelegen! Juhu!! Mit der Hilfe von Vanessa gelangen wir durch ein paar übel aussehende Gässchen ins „Tequilla“. Ein ganz dunkles Loch aber irgendwie trotzdem sympathisch. In diese Gegend hätten wir uns ohne einheimische Begleitung wahrscheinlich eher nicht begeben!! Später werden wir wieder abgeholt und zu einem speziellen Restaurant geführt. Es gibt Galizische Spezialitäten! Klingt interessant – ist es auch! Als dann allerdings die panierten Schweinenasen aufgetischt werden (kein Witz!!!!) sinkt die Begeisterung! Pfui Däivel. Nachdem es nach der Autofahrt nur einem der beiden schlecht geworden war sind nun plötzlich beide etwas weiss geworden. Zum Glück hat es noch andere, leckerere Sachen zum probieren.
Nach dem Essen geht’s in die nächste Bar – das „Excalibur“. Ebenfalls ein sehr gemütlicher Laden und wieder stimmt der Sound! Es hat zwar nur sehr wenig Leute, dafür aber den mit Abstand geilsten Tischfussballkasten den wir bisher gesehen haben. Auf ein Duell mit den Lokalen Meistern lassen wir uns aber lieber nicht ein! Nochmals ab ins „Metal Maniac“. Der Barkeeper hat schon bei der Begrüssung einen qualmenden Joint zwischen den Zähnen – der Taxichauffeur ist nirgends zu sehen! Entweder ist er unterwegs oder doch am Vorabend nicht ganz heil nach Hause gekommen – wir werden es nie erfahren! Ein weiterer langer Tag neigt sich dem Ende zu. Zum Abschluss gibt’s im Hotel noch einen ziemlich krassen Horrorfilm am Fernsehen zu bestaunen. Der „Gekrauste“ verpasst diesen allerdings, da die Blinker schon nach fünf Minuten zufallen – am nächsten Tag erfährt er von Kollege Ferdi grummelnd wie gut der Film war!

Tag drei beginnt wieder mit einem Omelette (das Zeug macht süchtig – echt!). Bei näherem betrachten sieht der Chef de Cuisine aus wie Fred Feuerstein aber kochen kann der gute. Schmunzelnd begeben wir uns wieder in die Stadt und betreten erneut den Touri-Bus. Diesmal die andere Route. Die erste Haltestelle sieht nicht gerade verlockend aus – allerdings ist es Zeit für einen Kaffee! Also raus aus dem Bus! In einem kleinen Restaurant begrüsst uns eine alte spanische Mama ganz herzlich. Wir verstehen kein Wort und sie auch nicht – trotzdem erhalten wir den gewünschten Muntermacher. Weiter mit dem Bus zum Stadion des FC Barcelona das „Camp Nou“. Ein gewaltiges Bauwerk!! 120'000 Zuschauer passen rein. Bei unserer Besichtigung ist das Ding zwar leer, aber man kann die Fangesänge förmlich hören! Staunend betreten wir die riesigen Spielerkabinen – hossa!! Ein mit Marmor ausgekleideter Whirlpool sticht einem sofort ins Auge! Erinnert einem irgendwie an die Werbungen vom „Zeus-Club“ auf Star-TV. Dann der Hammer – eine Kapelle mitten im Stadion!! Tja die Spanier vergöttern eben den Fussball. Leider dürfen wir keine Messe halten – schade eigentlich – der spanische Messwein wäre sicher köstlich. Der Fanshop ist ein halbes Shoppingcenter! Tausende Artikel die man kaufen könnte! Leider kann man seinen eigenen Namen nicht aufs Leibchen drucken lassen (Ferdinho und Zwimpfrolinho wäre schon cool gewesen!) also lassen wir es eben sein! Zurück in die Stadt und wieder ab ins Hardrock Cafe. Ein Österreicher namens Andi quasselt uns voll! Der Dialekt ist so was von komisch, dass wir sogar die Spanier besser verstehen! Trotzdem ein lieber Kerl, der uns sogar noch ein lecker Bierchen spendiert – danke Andi! Heute Abend geht’s in die Bar in der Lemmy arbeitet das „Pantera“ (alleine der Name ist schon der Hammer!). Er hatte uns gesagt, dass seine Bar ein wenig grösser sei als die bisherigen – tja! Hoppla! Wow! Ist schon eher ne Turnhalle! Coole Sache! Am Tresen sitzen lustige Gestalten. Der eine Typ könnte ein glatt ein Double vom Skid Row Sänger (Sebastian Bach) sein – allerdings etwa vor gut 20 Jahren. Wir sind herzlich zum allgemeinen Betrinken eingeladen und nutzen diese Gelegenheit gnadenlos aus! Der nächste und leider auch letzte Morgen hat’s dann auch dementsprechend in sich! Irgendwie kann man sich nicht so richtig entscheiden ob man packen oder kotzen soll (zumindest einer von beiden) und somit entfällt dann auch das abschliessende Omelette. Das war dem Feuerstein aber irgendwie auch egal. Ab zum Flughafen! Wir sind ziemlich spät dran aber somit ersparen wir uns wenigstens ein stundenlanges „Aufwieder-sehen-Sagen“ – hurra! Zum guten Schluss sind wir uns einig, dass wir auf jeden Fall wieder einmal nach Barcelona fliegen werden und wir können es auch jedem anderen empfehlen!

In diesem Sinne – salut Cabrones!

Heinz u. Salim

 
   

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