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Am Vortag waren bereits schlechte Wettermeldungen für die Region um Altdorf in den Nachrichten zu hören. Teilweise gab es, wegen der unglaublichen Schneemengen und des Sturms, sogar Stromausfälle und durch Bäume blockierte Strassen. Wir hatten deshalb beschlossen, uns rechtzeitig auf den Weg zu machen und an Stelle des Müpro-LKW’s, den wendigeren Bus, mit Schneeketten-Ausrüstung zu nehmen. Bis Altdorf kamen wir ohne Probleme. Doch was würde uns auf der kurvigen Bergstrecke Richtung Klausenpass erwarten? Da unser Bus Frontantrieb hat, macht es sich durchaus bezahlt einige Schwergewichte in der Band zu haben, um etwas Gewicht auf die Vorderachse zu bringen. Da auf dieser Strecke relativ viele Postautos verkehren, waren die Strassen jedoch gut geräumt und so tuckerten wir gemütlich hinter einem solchen gelben Riesen her bis nach Unterschächen. Die wunderschöne, verschneite Berglandschaft bot ein perfektes Panorama, welches jedoch durch Schneeregen und Nebel getrübt wurde. Für uns Typen aus dem Flachland (so genannte Flachmänner) war es ein abenteuerliches Unterfangen, begleitet vom ersten Schnee in diesem Winter, umherzukurven! Da die Anreise ohne grössere Probleme verlief, waren wir sogar eine Stunde zu früh vor Ort. Der P.A. Lieferant und ein Techniker waren auch schon da und kurze Zeit später trafen die restlichen BHF-Mitglieder sowie Jeannette und Mischer Wolfi ein. Fehlte also nur noch der Veranstalter, um Tür und Tor zu öffnen. Wir überbrückten die kurze Wartezeit mit Gequatsche und Glimmstängeln und checkten auch schon Mal im Hotel Alpina ein. Die freundliche Besitzerin hiess uns willkommen, verteilte die Zimmerschlüssel und machte uns mit den nicht vorhandenen Hausregeln bekannt hehe! Ihre Vermutung, dass wir wahrscheinlich spät nach Hause kommen würden, sollte sich bewahrheiten (doch dazu später mehr). Deshalb hatte sie bereits erwähnt, dass sie den Seiteneingang offen lassen würde, damit wir jederzeit rein und raus können – gut so! Wir schleppten unser Handgepäck in den dritten Stock und staunten nicht schlecht, als der Korridor mit alten Schränken, einem Miniaturmodell des Hotels und diversem Sperrholz übersäht war. Man musste sich richtiggehend zwischendurch zwängen, um in die Zimmer zu gelangen. Das Hotel befand sich wohl gerade im Umbau. Uns machte dies aber weiter nichts aus. Wir sind uns das ja vom Proberaum her durchaus gewöhnt. Da muss man sich auch immer durch die Bierdosen pflügen, bevor man den Strom anschalten und spielen kann hahaha! Aufstellen und Soundcheck gingen schnell voran und so wurde dann auch, bereits vor dem Nachtessen, schon die eine oder andere Flasche Bier gekillt. Anschliessend ging’s zurück ins Hotel um was zu futtern. Das Restaurant im Erdgeschoss war bis auf den letzten Platz gefüllt und das Essen lecker. Um dem Alkohol-Hammer auszuweichen ging’s dann noch mal kurz auf die Zimmer und nicht direkt an die Veranstaltung. Nun gut – es waren vielleicht 20 Minuten, die wir noch im Hotel verbrachten, bevor es dann auch schon losging. Als wir um ca. 21.30 Uhr in die Halle kamen, war diese, mit grösstenteils jungem Publikum, bereits gut gefüllt. Eine Stunde später enterten wir die Bühne und legten los. Die ersten paar Songs waren mit einigen Rumplern, Abkürzungen und lustigen Passagen gespickt. Vielleicht waren wir doch zu früh beim Bier angelangt haha! Nach kurzer Eingewöhnungszeit hatten wir uns wieder gefangen und verbesserten das Timing. Jetzt lief alles rund. Auch das Publikum kam langsam in Fahrt. In den ersten Reihen waren fast nur Girls zu sehen. Die Typen hielten sich noch im Hintergrund bedeckt oder gaben sich an der Bar die Kante. Bei „Killing In The Name Of“ ging’s dann so richtig los. Vor der Bühne wurde im Takt gehüpft und mitgesungen, der Startschuss für einen feucht fröhlichen Partyabend war also abgefeuert! Die härteren Stücke schienen im Urnerland sowieso mehr zu zünden. Bei den ruhigeren Songs sank der Stimmungspegel rapide. Zum Glück hatten wir genügend Fetziges im Set! Pantera, Sepultura und Slayer fanden am meisten Anklang! Nach anderthalb Stunden Live-Musik verabschiedeten wir uns standesgemäss mit Live Wire und Enter Sandman. Normalerweise wird direkt nach dem Konzert zusammengeräumt. Da in Unterschächen die Party aber eigentlich erst jetzt so richtig losging, mischten wir uns lieber unters Volk und versuchten, den trinkfreudigen Urnern, Parole zu bieten. Kein einfaches Unterfangen! Wir probierten unser Glück erst Mal bei der femininen Fraktion um uns ein wenig heranzutasten. Hier sind jedoch auch die Frauen äusserst trinkfreudig und können so einiges vertragen. Irgendwo im Getümmel quatscht mich plötzlich einer von der Seite an und schreit mir ins Ohr: „Wosch ä nu ä Schärhorateiffi?“ „Hmmm? Was will der bloss?“ Da ich nicht genau wusste, ob er mich zu einer Schlägerei aufgefordert hatte, krempelte ich mir sicherheitshalber Mal die Ärmel nach hinten und nahm die Fäuste hoch. Ich versuchte ihm mit einem freundlichen „Hä!!??“ zu verklickern, dass ich kein Wort verstanden hatte. Der stämmige Kerl begab sich direkt zur Bar und holte zwei Getränke. Eistee mit Apfelschnaps – hossa! Zum Glück hatte er nur die kleinen 3 dl Becher mitgebracht. Na dann hoch die Tassen! Gar nicht so übel das Gesöff. Das nette Fräulein neben mir erklärte ausgiebig, dass sie von dem Zeug lieber die Finger lasse, da sie bereits letzte Woche zuviel davon getrunken habe. „Wird schon schief gehen“ lalle ich zurück. Drumgenör Urfi begeistert sich ebenfalls für das alkoholhaltige, klebrige Getränk und schluckt munter mit! Nach dem vierten Becher wechseln wir dann sicherheitshalber wieder auf Bier – huuu! Dreht ganz schön in der Birne, wie spät ist es eigentlich und wo zum Teufel ist der Rest? Ah da drüben! Sehen auch schon ziemlich angeheitert aus die Herren – haaaaaallllooooo! Bandchef Röschu macht diverse Fotos mit dem Handy und postet diese sogleich auf Facebook, während die anderen, inklusive Jeanette, versuchen die Tanzaufforderungen von betrunkenen Unterschächerinnen abzuwimmeln. Damenwahl ist angesagt! Mein Argument, dass die Kombination von extrem schlechten Tanzfähigkeiten und über 100 kg Körpergewicht, höchstwahrscheinlich zu einem Mittelfussbruch führen würde, überzeugt die angeheiterte Lady und sie begibt sich mit ihrem Anliegen zum Nächstbesten. Ein anderes Fräulein hat von Urfi zwei Drumsticks ergattert und flaniert mit diesen wild wirbelnd durch die ganze Halle. Mann! Was für ein Fest! Dann geschieht etwas, das so selten ist wie eine Mondfinsternis um zwölf Uhr Mittags. Basser Ferdi raucht mit mir draussen eine Zigarre! Kaum zu glauben, dass sich der mittlerweile eingefleischte Nichtraucher auf solche Spielchen einlässt haha! Irgendwas war da doch noch. Hmm! Ach ja! Das Equipment muss ja noch in den Bus! Ach du Scheisse und das in dem Zustand. Die nächste Dreiviertelstunde torkelten wir mit unserem Material von der Bühne her, hinter der Bar durch, zum Bus und stopften alles mehr schlecht als recht in das Gefährt. Dabei wurden wir von einem jungen Einheimischen tatkräftig unterstützt. Leider ist mir der Name komplett aus der Hirnrinde geflutscht, sprich ich hab ihn vergessen – aber trotzdem Danke! Um ca. viertel nach vier Uhr morgens wankten wir aus der Halle zum nahegelegenen Hotel. Die Chefin hockte mit ein paar Kollegen immer noch im Restaurant und spielte Karten. „Seid ihr schon hier?“ fragte sie verdutzt. Äh! Hallo? Es ist fast halb fünf!! Wir fragen uns, ob sie bereits wieder aufgestanden ist, denn alles andere wäre extrem unrealistisch und nur mit ein paar Linien Koks zu meistern. Nachdem Sie unseren Gittarrero Marc betrachtet hat, ist sie der Meinung, dass er ziemlich mitgenommen aussieht und macht ihm kurzerhand noch ein Sandwich. Morgens halb fünf in Unterschächen! Am nächsten Morgen frühstücken wir ausgiebig, bevor wir uns auf den Heimweg machen. War richtig cool im Kanton Uri – wir sind jederzeit wieder dabei!!
KW118 Sursee: Fasching, Diven, Rock’ N’ Roll Eine Woche später waren wir bereits wieder gebucht. Veranstalter Sven hatte uns zusammen mit Polution und der 80er Jahre Kultband Killer für’s Kulturwerk engagiert. Da wir, ausser unseren Instrumenten, rein gar nichts mitnehmen mussten, begaben wir uns erst um 21.00 Uhr in den Kultur-Keller von Sursee. Man durfte gespannt sein, wie viele Leute sich heute Abend für das Konzert interessieren würden. Wie jedes Jahr im Januar standen bereits wieder die ersten Maskenbälle auf dem Programm. Derjenige vom Nachbardorf St. Erhard fand am gleichen Abend statt und ist traditionsgemäss immer gut besucht. Trotzdem hatten sich schätzungsweise 80 – 100 Leute dazu entschlossen, sich die Gehörmuscheln ordentlich durchpusten zu lassen. Kurz nach neun eröffneten die Muotathaler Rocker von Polution den Abend. Mit ihren Eigenkompositionen sorgten sie sogleich für Stimmung. Der gut zugängliche Rock n’ Roll Sound und die äusserst sympathische Performance wurde vom Publikum mit wohlwollen aufgenommen! Die etwas belegte Stimme des Frontmanns störte dabei nicht wirklich. Er machte alles richtig, liess sich gar nicht beirren und sorgte mit seinem Organ für den nötigen „Dreck“. Die zweite CD von Polution ist momentan gerade in Produktion und sollte demnächst auf den Markt geworfen werden. Wir empfehlen, diese talentierte Band, unbedingt Mal anzuchecken und auf www.polution.ch einen Blick oder ein Ohr zu riskieren. Die erste Scheibe gehört nun auch zu meiner Sammlung und wurde von sämtlichen Mitgliedern signiert – Besten Dank! Um ca. 22.00 Uhr begab sich dann der Headliner auf die Bühne. Die kultige Truppe, bei denen auch unser ehemaliger Gitarrist „Urs Müller“ alias „Noisi Miller“ mit am Start ist, machte eine gute Falle! Bei Killer ist Herr Miller mit dem Tieftöner bewaffnet. Keine allzu schlechte Idee, wenn man ein paar Jahre zurückblickt und sich an seine stets pfeifende Gitarre erinnert! Dank den Dauerrückkopplungen im Proberaum kommt mir heutzutage das Geräusch, eines in den Bahnhof einfahrenden Güterzuges, der die rostigen Bremsscheiben zum glühen bringt vor, wie eine Engelsstimme haha! Aber Spass beiseite! Er machte heute Abend einen ausgezeichneten Job! Der Gitarrist auf der rechten Bühnenseite ist nach unseren Informationen das letzte, verbliebene Gründungsmitglied von Killer. Der schon etwas in die Jahre gekommene Saitenhexer beeindruckte die anwesenden EXIT-Klampfer (Mart Haller und Beni Sax) mit seinen trickreichen Spiel auf der originellen Jack-Daniels-Gitarre. Sein Bühnenoutfit (ein komplettes, schwarz-weiss gestreiftes, Sträflingsgewand) sorgte für ein paar Schmunzler im Publikum. Auf der anderen Bühnenseite tanzte der zweite Flitzefinger, über die ganze Konzertlänge, im Takt und setzte ein Dauergrinsen auf! Der etwas hippiemässig ausschauende Fiedler hatte sichtlich Spass und erinnerte ein wenig an eine Mischung aus Tom Petty und dem Schauspieler aus der früheren Fernsehserie Rock n’ Roll Daddy! In der Bühnenmitte thronte der Frontmann! Der ehemalige Sänger von Nighthunter, einer ebenfalls kultigen Coverband, ist zudem auch noch Drummer und Sänger der Metallica-Coverband „Motorbreath“. Das Multitalent verfügt also über reichlich Bühnenerfahrung und nutzte dies gnadenlos aus! Das Stageacting und die Posen sassen Punktgenau. Ein Bein war stets auf einem Monitor positioniert. Fehlte eigentlich nur noch der Ventilator, welcher die lange Mähne zum wehen gebracht hätte. 80er pur! Die spitzen Schreie, wie man sie unter anderem auch von Oberpriester Rob Halford kennt, sorgten unter Kennern für offene Mäuler und Anerkennung! Die Art und Weise, wie sich der Sänger auf der Bühne gibt, ist trotz allem nicht jedermanns Sache. Für einige Anwesende war dies dann doch zuviel des Guten und für manch einen eine gute Gelegenheit um draussen eine zu Rauchen. „For those who chose to pose“. So ist das halt. Entweder man liebt oder man hasst es. Alles in allem aber eine tolle Leistung! Von meiner Seite her also beiden Daumen hoch! Dass die Band einen gewissen Kultstatus hat, merkte man auch daran, dass einige Fans extra von Deutschland her nach Sursee gepilgert waren um die Truppe zu sehen – Hut ab! Zum Schluss nahmen wir dann unsere Rolle als DJ-Ersatz und Rausschmeisser war. Nebst unseren Kolleginnen und Kollegen, die uns stets die Treue schwören, blieben zum Glück auch noch die meisten anderen Gäste um unseren Gig zu sehen. Im Gegensatz zum Unterschächer-Konzert lief dieses Mal von Beginn weg alles nach Plan. Die Setliste war eine gekürzte Version der Vorwoche. Aufgrund der späten Spielzeit hatten wir, nach Absprache mit Sven, die Dauer auf eine Stunde festgelegt. Awake und Warmachine haben sich in der Vergangenheit schon als gute Eröffnungs-Dublette bewährt, wieso also etwas daran ändern. Mit diversen Pullen Hürlimann-Bier lebte es sich gut auf der heissen Bühne und die allzeit beliebte Nebelmaschine blieb schön dezent im Hintergrund. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, die 4 Halbliterflaschen teilen zu müssen. Die waren eigentlich für ein Stündchen voller Glück für meine Wenigkeit eingeplant – hüstel! Mit Basser Ferdi teilt man dann halt trotzdem brüderlich und so blieb’s insgesamt bei einem Liter Hopfentee – grummel! Nach meinem üblen Vergleich zwischen Whitney Housten und dem afghanischen Folteropfer aus der 20-Minuten-Zeitung ging ein Raunen durch den Saal. War vielleicht schon OK, dass nicht mehr Bier auf der Bühne war haha! KW-Mischer Gregi hatte sowohl auf der Bühne als auch vorne weg einen tollen Sound hingezaubert. Für das Licht war im Übrigen der Junior von Svens Bruder Sascha Lütolf zuständig. Der kleine Mann (keine Ahnung ob er überhaupt schon zur Schule geht) machte einen ausgezeichneten Job und bediente die Lichtanlage, als ob er nichts anderes machen würde. Ein grosses Dankeschön an den jüngsten Licht-Techniker in der Geschichte des Kulturwerks! Die eine Stunde ging wie im Flug vorüber und so waren wir auch schon beim Zugabenblock angelangt. War ein sehr amüsanter Abend! Danke an alle Beteiligten und bis bald! Demnächst sollten unsere neuen BHF-Trainerjacken eintreffen! Da wird man sich wahrscheinlich sputen müssen, um ein Exemplar zu ergattern. Also bleibt am Ball! In diesem Sinne! Stay Heavy! Eure Bloody's |
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