An diesem Freitagnachmittag war es noch weit über 30 Grad als wir unser komplettes Material vom Bandraum ins Müpro-Mobil verluden. Bereits nach den ersten paar Stufen floss der Schweiss in strömen den Rücken herunter und verwandelte die Region ums Arschloch in ein müffelndes Biotop! Die T-Shirts wurden teilweise schon ein erstes Mal gewechselt und die Achselhöhlen mit Deospray ertränkt! Der Fahrtwind sorgte, bei heruntergekurbelten Scheiben, für ein wenig Erfrischung auf der kurzen Strecke. Mit Hilfe einiger „Stranded Heroes“ Mitglieder und unserem treuen Helfer „Hassi“ platzierten wir unsere Instrumente und Verstärker auf der grossen Bühne! Die Stage war in der Mitte mit einem schwarzen Vorhang abgetrennt, wobei der hintere Teil sogleich als Backstageraum diente. Der gut gefüllte Kühlschrank vermochte das Bier leider nicht nach Wunsch herunter zu kühlen, weshalb wir jeweils ein paar Flaschen ins Gefrierfach verfrachteten. Dank moderner Technik (Wecker am Handy) gerieten die deponierten, glasigen Freunde nicht in Vergessenheit und wurden, trotz stetig steigendem Pegel, immer rechtzeitig herausgeholt.

Kurz nach 16.00 Uhr traf Mischer „Wolfi“ ein und machte sich sogleich ans Werk um uns einen druckvollen Sound zu verpassen. Der Soundcheck verlief problemlos und wir nahmen stolz zur Kenntnis, dass unser eigenes P.A. den Keller locker zu beschallen vermochte! Auch die „Stranded Heroes“ waren mittlerweile komplett und konnten mit ihrem eigenen Mischer auch noch am Sound tüfteln. Danach begaben wir uns Richtung Festzelt zum Nachtessen. Nach einigen Startschwierigkeiten, betreffend Gültigkeit der Getränke- und Essensbons, bekam die hungrige Meute dann endlich was zu Futtern. Hühnchen mit Pommes oder Wurst-Käsesalat gaben Boden für den Rest des Abends. Die Mampferei wurde durch eine Darbietung der Schützen untermalt, welche sämtliche Waffen, die seit der Gründung des Vereins zum Einsatz kamen, kurz vorstellten. Die detaillierten Infos über Kaliber und Verarbeitung der jeweiligen Gewehre war sicher nicht für Jedermann interessant. Die Flinten-Fans, in den ersten Reihen vor der Bühne, lauschten jedoch gespannt den geschichtsträchtigen Worten der Ballermänner – Hossa!

Plötzlich versetzte ein heftiger Wind die Festgesellschaft kurzerhand in Unbehagen. Das Festzelt flatterte, die Gestänge knarrten und quietschten was das Zeug hielt. Im Radio waren schon den ganzen Tag über Warnungen wegen schweren Unwettern verbreitet worden. Gerüchten zufolge sollte das Tief „Ladyboy“ von Thailand her mit heftigen Ge(Z)wittern über die Schweiz fegen! Die Veranstalter hatten das Festzelt deshalb am Nachmittag noch zusätzlich mit schweren Paletten befestigt, was sich nun als weise herausstellte! Zum Glück verflog das Ganze so schnell wie es gekommen war und ausser ein paar Minuten Regen und Wind blieb die Lage friedlich und sicher.

Kurz vor 21.00 Uhr hatten noch nicht allzu viele Besucher den Weg in den Turnhallenkeller gefunden. Der Konzertbeginn war allerdings auch erst eine Stunde später angesetzt – also keine Panik. Radio DRS-Moderator Maurice Velati, seines Zeichens DJ des heutigen Abends, hatte seine Anlage in der Zwischenzeit in Betrieb genommen und war sichtlich gut gelaunt. Vor ein paar Jahren hatte er uns regelmässig als Mischer zu unseren Konzerten begleitet. In letzter Zeit hatten wir jedoch nicht mehr viel mit dem „Mötzu“ zu tun. Entsprechend gross war die Wiedersehensfreude, welche beim einen oder anderen Zigarillo, Bierchen und interessanten Gesprächen zelebriert wurde.

Mit einer kleinen Verspätung begaben sich die „Stranded Heroes“ auf die Bühne und wurden mit grossem Applaus empfangen. Der Saal war nun gut gefüllt und man wartete gespannt auf die ersten Klänge des talentierten Quartetts. Die sympathische Frontfrau „Anja“ verzückte das Publikum einmal mehr mit ihrer grossartigen Stimme. Die Rhythmus-Fraktion, bestehend aus Drummer „Kusi“, Basser „Mash“ und Gitarrero „Stefan“ sorgten für ein amtliches Brett. Die modernen Rocksongs kommen immer sehr gut an und versprühen ein ganz spezielles Flair, welches teilweise an den Soundtrack von Tim Burton Filmen erinnert. Selbstverständlich wollen wir hier das Frontfräulein nicht als „Corpse-Bride“ bezeichnen – hüstel!! Nach einer knappen Stunde beendeten die Helden ihr Set! Wir sind gespannt auf die erste CD, welche am 19. November 2011 im Aarauer „Kiff“ getauft wird! Wir wünschen viel Erfolg mit der Scheiblette und noch viele gute Gigs – weiter so!!!

Nach einer kurzen Umbaupause wurden wir vom DJ angekündigt und vom „Mister-Ed-Intro“ auf die Bühne begleitet. Das Publikum war bestens gelaunt und immer noch zahlreich vor der Bühne vertreten. Nach dem altbewährten Einstieg mit „Awake“ und „Warmachine“ kamen wir kurz darauf zu einer Live-Premiere. In Gedenken an den vor gut einem Jahr verstorbenen Ronnie James Dio hatten wir in den letzen Wochen an einem Medley gefeilt und konnten dies nun erstmals live präsentieren. Die Konstellation aus „Heaven And Hell“, „Last In Line“, „Long Live Rock N’ Roll“ und „Rainbow In The Dark“ wurde so ausgewählt, dass sämtliche Dekaden (Black Sabbath, Rainbow und DIO) des Ausnahmesängers berücksichtigt wurden. Bis auf ein paar kleine Holperer gelang das Medley gut und wurde von den Dio-Kennern wohlwollend abgefeiert.

Weiter ging’s mit haufenweise kultigen Rock-Nummern. Den zahlreichen Schützen wird wohl „Word Up“ von „Gun“ am besten gefallen haben (Schenkelklopfer- haha!). Metallicas „Sad But True“ wurde so laut mitgesungen, dass es eine wahre Freude war! Generell war die Beinwiler Crowd in guter Singlaune und hatte sichtlich Spass! Eine weitere Premiere gab’s dann mit „Too Much, Too Young, Too Fast“ von den Aussie-Rockern „Airbourne“. Die Neo-Hymne aus Down Under gelang ebenfalls gut und war vielleicht sogar mitverantwortlich für den Verkauf einiger Bandshirts, welche heute durch „Marc’s“ Freundin „Jeanette“ an den Mann, respektive die Frau gebracht wurden! Auf der Bühne wurde es immer heisser und schon war klar, weshalb man heute gleich mehrere Shirts als Ersatz mitgenommen hatte. Als wir nach knapp anderthalb Stunden noch mal für ein paar Zugaben auf die Bühne gerufen wurden, lief der Schreiber dieser Zeilen schon ziemlich am Anschlag (nicht nur wegen des Alkoholkonsums!). Für zwei Songs reichte die Luft aber noch, ehe wir uns mit „Enter Sandman“ verabschiedeten. Aufgrund des Rauchverbots schrie der zuckende, gelbe Nikotin-Finger des Sängers nach einer Dröhnung Tabak und wurde gleich im Anschluss an das Konzert erhört! Piff, Paff, Puff – in der Reihenfolge! Hat Spass gemacht in „Böju“! Danke für euren Support! An dieser Stelle ein spezielles Dankeschön an Martin „Schnäuer, Härter, Lüüter“ Grütter, der sich für die beiden Rockbands stark gemacht und diesen Auftritt ermöglicht hat!

Anekdoten und Gerüchte:

Die „Stranded Heroes“ hatten dieses Jahr die Ehre am kultigen „Heitere Openair“ in Zofingen zu zocken. Laut Aussage von Drummer Kusi Hintermann war dies ein grossartiges Erlebnis, welches ihnen viele neue Fans bescherte. Vor allem der riesige Backstagebereich hatte es angeblich in sich! Da wurden nicht nur die Getränke sondern auch die Zigaretten kostenlos an die Musiker verteilt! Zudem nutzten zwei Bandmitglieder die Gelegenheit um sich hinter der Bühne gratis und franko die Haare schneiden zu lassen! Ja richtig gehört! In Zofingen gibt es Backstage einen Coiffeur!! Ich glaube wir sollten dies auch in unseren Vertrag einfliessen lassen inkl. Politur für Bassisten! Und wer weiss? Vielleicht können wir uns ja im Oktober 2011 bei den „Crazy Horns“ kostenlos den Sack wachsen lassen!

Stay Heavy for your personal „Sack-Attack“!

Eure Bloodys

 
   

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