Vorerst waren wir aber am 9ten Oktober bei den Crazy Horns im Tower zu Gast. Nachdem wir im Vorfeld die Info erhalten hatten, dass der Warenlift defekt sei und wir das gesamte Material bis in den obersten Stock tragen müssen, gab es schon die eine oder andere schlaflose Nacht haha! Zum Glück hatten die verrückten Hörner aber gut reagiert und den Lift gerade noch zum Laufen gebracht. Aus Sicherheitsgründen wurden mit dem alten Ding aber wirklich nur Material und keine Personen befördert.

Aufgrund des Konzerts von „Devils Rage“ im Kulturwerk 118, welches wir selber auch gerne gesehen hätten, waren an diesem Abend keine Supporter aus dem Raum Sursee zu Besuch. Im Aargau haben wir aber genau so treue Fans, welche uns jederzeit unterstützen und so war der Club bei Konzertbeginn schon gut gefüllt. An diesem Abend wurde beinahe das ganze Repertoire ausgepackt. 2 Sets mit jeweils mehr als einer Stunde Spielzeit, wurden den gut gelaunten und trinkfreudigen Musikliebhabern um die Ohren gepfeffert. An diesem Abend lief alles nach Plan und wir waren uns einig, dass dies spielerisch eines der besten Konzerte in unserer Provinzrockstarkarriere war! Coole Sache!

Am 30igsten Oktober waren wir dann in Muttenz, um der bevorstehenden Halloween-Party im Phoenix Rockkeller den nötigen Grusel-Effekt zu verpassen. Wir hatten schon ein paar Mal darüber diskutiert, ein Konzert im 80er Jahre Stil zu spielen. Nun machten wir unsere Drohung war und zockten den Gig verkleidet. Leoparden-Leggins und farbige Strumpfhosen sowie Schnurrbärte, Fliegerbrillen, Hals- und Kopftücher in allen Variationen wurden montiert und sorgten für einige Lacher (siehe Fotos). Sogar unser heutiger Roady „Exit-Basser Stefi Haller“ hatte sich den kultigen Metal-Police-Schnäuzer angeklebt und war so richtig in Trinklaune. Auch in Muttenz waren die Leute gewohnt gut drauf, obwohl es am heutigen Abend nicht allzu viele Besucher hatte. Diejenigen die da waren sorgten aber für eine prima Stimmung! Leider hatten wir den ganzen Tag etwas zuviel Alkohol getankt, was sich dann auch auf die Genauigkeit beim Spielen auswirkte (oder war es doch das ungewohnte chinesische Essen, welches heute an Stelle der obligaten Pizzas aufgetischt wurde? hahaha!). Da waren schon einige Verspieler, respektive ein paar vergessene oder gelallte Textzeilen auszumachen. Ja ja! Wir wissen es ja eigentlich. Aber was will man machen? Die Phoenix Crew ist halt einfach genial und man fühlt sich beinahe verpflichtet den einen oder anderen alkoholischen Muntermacher zu sich zu nehmen. Schlussendlich war es trotz allem eine gute Party und die Leute schienen zufrieden zu sein. Wir waren lediglich ab unserer eigenen Leistung ein bisschen enttäuscht.

Am 6ten November hatten wir bereits die Gelegenheit es besser zu machen. Das „Metal Never Dies“ Festival in der Schüür stand bevor, bei welchem wir als Rausschmeisser gebucht waren. Damit wir nicht wieder in einen Hammer laufen würden, hatten wir am Nachmittag lediglich unser Material nach Luzern gebracht und verkrochen uns dann bis zum Abend in alkoholfreie Regionen! Eröffnet wurde das diesjährige Festival von „Denial“, welche wir aufgrund unserer etwas späten Anreise leider verpassten. Ihr Auftritt war bereits vorbei und wir trafen die Jungs nur noch im Backstagebereich, wo sie die Räumlichkeiten mit diversen Kräuterzigaretten einräucherten und dazu ein paar Flaschen Jack Daniel’s vernichteten. Wir äugten gierig auf den Alkohol, blieben aber grösstenteils trocken und konzentriert haha!

Den Auftritt von „Charing Cross“ verfolgten wir dann in der Halle mit. Die Schüür war, trotz des relativ hohen Eintrittspreises von Fr. 55.--, gut besucht! Für „Charing Cross“, welche aus Luzern und der Region kommen, war der Auftritt in der bekanntesten Konzerthalle der Stadt quasi ein Heimspiel. Vor der Bühne war es entsprechend voll und die Stimmung war gut! Die Gitarren waren von Mischer Roman gut in Szene gesetzt und sägten sich mit voller Wucht in Gehörgang und Bauchregion, bei mir beispielsweise zwischen dem zweiten und dritten Schwimmring, fest. Die Eigenproduktionen von bislang zwei CD’s kamen gut an und wurden abgefeiert. Die neue Scheibe ist gemäss Sänger „Pesche“ in Produktion, kommt aber evtl. erst in 10 Jahren auf den Markt. Das würde dann sogar die Dauer unseres „Web-Shops“ bei dem ja auch schon seit einiger Zeit „coming soon“ steht übertreffen. Nein ernsthaft – macht vorwärts Jungs!! Cooler Gig!

In der Zwischenzeit waren Grave Digger, der heutige Headliner, eingetroffen und begaben sich sogleich in den eigenen Backstageraum. Viel bekam man deshalb von den Deutschen Urgesteinen nicht mit. Erst kurz vor dem Auftritt traf sich die Band bei der Treppe, die zur Bühne führt und stimmte sich ein. Überaus pünktlich, wie wir mit Freuden feststellten. Somit standen die Chancen gut, dass wir unseren Auftritt, welcher auf halb eins angesetzt war, ebenfalls pünktlich beginnen konnten. Wir hörten den lauten Jubel vom Luzerner Publikum bis hinunter in den Backstageraum, als die „Totengräber“ die Stage betraten. Wir begaben uns ebenfalls wieder in die Halle, um den Profis zuzuschauen. Die Setliste des heutigen Abends bestand grösstenteils aus alten Klassikern. Die Songs von der neuen CD werden dann, gemäss Frontmann „Chris Boltendahl“, erst auf der nächsten Tour gespielt. Die Fans hatten da absolut nichts dagegen und feierten die Band gebührlich ab! Währenddessen genehmigten wir uns mit den EXIT-Jungs ein, zwei Bierchen in der Nähe des Merchandise-Standes. Die Death-Thrasher aus Sursee fanden nicht so richtig gefallen an den Power-Metal-Songs und befahlen uns ausdrücklich, die Kohlen anschliessend noch aus dem Feuer zu holen. Ein Grossteil des Publikums war jedoch begeistert und so waren wir gefordert, damit wir einen würdigen Abschluss des Abends hinbekamen.

Wir bemühten uns, die Umbaupause so kurz wie möglich zu gestalten. Dies war nicht ganz einfach, da wir das Drum komplett neu aufstellen mussten. Mit vereinten Kräften hielt sich das Ganze aber im Rahmen und der Line-Check konnte in Angriff genommen werden. Das nette Fräulein von der Schüür arbeitete extrem zügig und professionell. Unseren Mischer „Klopfi“ kannte die gute Dame bereits. Dies erleichterte die Zusammenarbeit und so ging alles schnell voran. Während sie den Bühnensound zurechtzimmerte, hatte Klopfi parallel dazu schon für den P.A. Sound gesorgt. Wir konnten also loslegen. Trotz später Stunde waren noch etliche Metalheads geblieben um unseren Auftritt zu sehen– sehr cool!!! Wir starteten mit „Madhouse“ von „Anthrax“ in unser gut einstündiges Set, bevor wir dann den doppelten „Dio“ („Holy Diver“ und „Heaven And Hell“) von der Leine liessen. Weiter ging’s mit „Living After Midnight“ von „Judas Priest“. Das Publikum fand gefallen an dem abwechslungsreichen Programm. Die Meute war bunt gemischt. Old-School Metaller mit uralten Band-Shirts, Thrasher, ganz junge Kuttenträger und immer schön zu sehen – viele Mädels.

Wir hatten uns einiges vorgenommen für den heutigen Abend, spielten um Längen besser als noch vor einer Woche und wurden dafür mit grossem Jubel und Applaus belohnt. Ein paar Fehler schlichen sich trotzdem ein. Die Kurz-Version von „Roots“, war beispielsweise mit einem unfreiwillig speziellen Zwischenteil geschmückt und wurde um eine Strophe gekürzt haha! Der Gesamteindruck jedoch war absolut im grünen Bereich. Gänsehautatmosphäre herrschte beispielsweise bei „Hail And Kill“ von „Manowar“, welches lauthals mitgesungen wurde und zum Schluss mit frenetischem Applaus und in die Höhe gereckten Armen belohnt wurde – Wow!!! Es waren viele zufriedene Gesichter auszumachen. Mittlerweile sah man auch den einen oder anderen Mitveranstalter im Publikum. Von der Bühne aus waren zumindest „Flävu“ und „Butsch“ zu sehen. Die Jungs schienen auch zufrieden zu sein. Gut so!! Ihr habt euch ja auch den ganzen Tag bestens um uns gekümmert und euch den Arsch aufgerissen! Danke dafür! Wir verabschiedeten uns mit „Walk“ von „Pantera“ von der Bühne und wurden mit lauten Zugaberufen nochmals auf die Stage zurückbeordert! Nur schnell in den Backstageraum gespurtet, 4 Büchsen Bier geholt und schon konnte es losgehen mit den Zugaben. „Killed By Death“ von „Motörhead“, „Live Wire“ von „AC / DC“ und zum Schluss noch „Enter Sandman“ von „Metallica“! Bei letzterem wurde so laut mitgesungen, dass einem auf der Bühne, trotz der heissen Scheinwerfer, ein kalter Schauer über den Rücken lief! Absolut Weltklasse!!! Äusserst zufrieden stapften wir von der Bühne und nahmen so manche Gratulation dankbar mit auf den Weg. Den meisten Reaktionen nach, hätten wir auch noch eine Stunde anhängen können aber irgendwann ist halt Schicht im Schacht!

An dieser Stelle ein riesengrosses Dankeschön an das Publikum, unseren Mischer Klopfi (hervorragender Job! Wie immer!!) und natürlich an die Crew vom „Metal Never Dies“! Schön, dass es Vereine wie euren gibt, welche die Fahne des Heavy Metal hochhalten und solche Anlässe organisieren! Wir wünschen euch alles Gute für die Zukunft und noch so manches, erfolgreiches Festival. Schaut auch ungedingt Mal auf der Homepage rein www.metalneverdies.ch und werft einen Blick auf das eigene Web-Fanzine, welches den kuscheligen Namen „Lokus-Fokus“ trägt. Ich hab’s gelesen und war begeistert! Macht weiter so! Vielleicht hab ich ja auch Mal die Ehre einen Artikel für euer Mag beizusteuern.

Anekdoten und Gerüchte:

Im Backstagebereich hatten zwei Mitglieder von Charing Cross kurzerhand ihre eigene Fahrschule eingerichtet. Hierbei wurden zwei Stühle auf den grossen Holztisch montiert (nebeneinander natürlich). Anschliessend fungierten Gitarrist und Drummer als Fahrlehrer und Schüler und wurden dabei von Petra gefilmt. Ob der rund 20-minütige (!!!), äusserst amüsante Sketch jemals öffentlich gezeigt wird ist allerdings fraglich. Wir schlagen vor, die Aufnahmen auf der neuen CD als Bonus-Video beizupacken!!

Stay Heavy and let the Metal Never Die!!!

Eure Bloody’s

 
   

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