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Als Gäste waren die zwei Luzerner BHF-Mitglieder schon mehrmals am „Autlook“ vor Ort. Ein wunderschöner Platz direkt am Sempachersee! Je öfter dies der Fall war, umso mehr wünschten wir uns, einmal selber auf dieser Bühne zu stehen. Vom OK des Festivals wurde dies jedoch kritisch betrachtet, da wir ihrer Meinung nach zu harte Songs spielen. Diese Ansicht wurde nun zum Glück nochmals revidiert und so stand einer gelungenen Rock-Night, mit uns an Board, nichts mehr im Weg. Gegen 16.00 Uhr trafen wir in Schenkon ein. Die Meteorologen hatten für das ganze Wochenende Regen vorhergesagt. Da es aber an der „Schlager-Nacht“ vom Freitag trocken geblieben war, gab es doch noch Hoffnung, dass wir vom guten alten Petrus verschont werden könnten. Denkste! Bereits vor unserem Soundcheck nieselte es – Niederschlagstendenz steigend! Der Soundcheck von „China“ zog sich in die Länge. Als Special Guest war nämlich „Krokus-Ikone“ Marc Storace mit von der Partie, um auch noch ein Paar Songs zu singen und das musste ja auch noch geprobt werden. Da schlägt das Rockerherz schon etwas schneller, wenn man einer solchen Persönlichkeit Mal die Hand schütteln kann! Der grosse „Star“ war aber überaus freundlich und absolut unkompliziert – cool! Wir warteten hinter der Bühne unter dem VIP-Zelt mit unserem Material und konnten es kaum erwarten, auf die Bühne zu gelangen und aufzustellen. Damit wir dann auch sofort loslegen konnten, stellten wir schon Mal einen Teil des Equipments an den Bühnenrand. Keine gute Idee wie wir kurze Zeit später feststellen mussten. Der Roady vom Headliner warf uns einen stechenden Blick zu, sagte aber vorläufig noch nicht viel. Also genehmigten wir uns noch ein Bierchen und diskutierten über dies und das. Aha! Jetzt war es ruhig auf der Bühne, Soundcheck fertig, also los! Wir trugen zum zweiten Mal Material die Steile Treppe und die rutschige Rampe hoch – so jetzt aber…. Nun drehte der Roady im roten Bereich. Mit Schaum vor dem Mund und breitem Ostschweizer-Dialekt gab er den Tarif durch. Wir sollen gefälligst warten, fauchte er genervt! Immer schön geschmeidig bleiben Junge, nicht dass dir noch der eingegipste Terminator-Arm verrutscht! Nun durften wir endlich aufstellen, gaben gas und konnten mit unserem Soundcheck loslegen. Während dessen feilschte der OLMA-Schwarzenegger nun mit dem Drummer von „Hang Loose“. Dieser hatte mit dem „China-Drummer“ abgemacht, dass sie über das gleiche Schlagzeug spielen werden und dadurch auch keinen Soundcheck vornehmen mussten. Dies passte dem Herrn Roady aber gar nicht! Es käme auf gar keinen Fall in Frage, dass „Hang Loose“ über dieses Drum spielen werden, da der „China-Schriftzug“ auf der Basedrum angebracht war. Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu giessen, begann nun der „Hang Loose-Drummer“ sein eigenes Schlagzeug zusammenzubauen. Plötzlich lief der „China-Drummer“ dazu und fragte ihn verdutzt, wieso er denn nun doch sein eigenes Drum-Kit aufstelle. Frag doch Mal deinen Roady!!! Nun gab’s Zoff! Der selbsternannte „King Of The Stage“ wurde in die Schranken gewiesen und beide Bands spielten über das gleiche Schlagzeug wie es von Anfang an geplant war. Wir konnten uns ein hämisches Grinsen nicht verkneifen und beendeten unseren Soundcheck, während schon die ersten Gäste auf das Gelände watschelten. Unser Mischer „Roger Gumilar“ konnte die anfänglichen technischen Probleme beheben und hatte uns ein amtliches Brett zurechtgezimmert. Bis zum Auftritt war’s jetzt auch nicht mehr weit. Im Gegenteil! Das Ganze ging so schnell, da hatte man ja nicht mal mehr Zeit für die standesgemässe Nervositäts-Kotzerei vor dem Gig. So warteten wir nur noch auf unser Intro. Gegen 19.30 Uhr enterten wir die grosse Bühne und legten mit „Metal Health“ und „Living After Midnight“ los. Der Regen war nun stärker geworden, so dass sogar die vordersten zwei Meter der Bühne nass waren. Band-Boss Röschu blickte kritisch auf die 220 Volt Stromzufuhr seines Floorboards, welche beim Monitor platziert war und somit mitten im Wasser lag – hmmmm! Trotz der miesen Wetterbedingungen befand sich eine grössere Gruppe hart gesottener Headbanger im vorderen Bereich, was uns umso mehr motivierte. Bereits beim dritten Song, gab es eine unfreiwillige Programmänderung aufgrund einer, sagen wir Mal, Verwechslung auf der durchnässten Set-Liste hehe! Es lief alles nach Plan, die Meute feierte und trank munter Bier um der Nässe zu trotzen. Wie sagte der Herr Himmelstein vom „Rock Hard“ so schön: „10 Bier sind auch ne Jacke!“ Auch im hinteren Bereich unter den Zelten schien die Stimmung gut zu sein. Ganz zu vorderst am Absperrgitter hatten sich ein paar wirklich Junge Nachwuchsrocker versammelt und schienen sichtlich ihren Spass zu haben. Bei „Killing In The Name Of“ übertrieb es einer der Kleinen dann mit dem Herumhüpfen und fiel gleich mehrmals hin. Da aber wirklich kein Gedränge vor der Stage herrschte, ging dies gefahrlos über die Bühne und war vom Unterhaltungswert her kaum zu überbieten – einfach köstlich haha! Nach einer guten Stunde waren wir mit unserem Programm durch. Als Zugabe durften wir noch „Enter Sandman“ von Metallica zocken, danach war auch schon Schluss. Die Kids verlangten lautstark nach Autogrammen. Wir mussten zuerst noch das Feld für die nächste Band räumen. In Rekordzeit verstauten wir unseren Kram im Lastwagen und begaben uns anschliessend zum Merch-Stand. Da warteten die Jungs auch schon geduldig und wir signierten voller Stolz T-Shirts, Visitenkärtli und sogar ein paar „Exit-Flyer-Rückseiten“. Steaks, Pommes und Bier waren nun auf dem Programm. Anschliessend wurden reichlich Hände geschüttelt und Komplimente entgegengenommen. Schien so ziemlich allen gefallen zu habe – gut so! Weiter ging’s mit „Hang Loose“. Das Sauwetter zeigte auch hier kein erbarmen. Es regnete weiter in Strömen. Wie wir machten sie gute Miene zum bösen Spiel und einfach das Beste aus der misslichen Lage. Coole Sache! Vor etlichen Jahren war die Truppe Mal Vorband von Judas Priest im Volkshaus in Zürich! Die Band hatte sich zwischenzeitlich aufgelöst, ist jetzt aber wieder zusammen und voller Tatendrang. Viel geändert hat sich da nicht. Mit Covers und eigenen Songs im Gepäck unterhielten sie die Wetterfesten Musikliebhaber und machten nach dem Konzert einen zufriedenen Eindruck. Laut Sänger geht es schon bald wieder ins Studio um eine neue CD aufzunehmen. Wir wünschen dabei viel Erfolg! Als Headliner „China“ zum Schluss die Bühne betrat hatte es immer noch in etwa gleich viele Leute wie zu Beginn. Erstaunlicherweise hielten die meisten, mittlerweile vollkommen durchnässten, Metalheads durch und amüsierten sich weiterhin prima. Die Band hat natürlich auch genügend Hits im Programm um die Leute bei Laune zu halten. Im Gegensatz zum kürzlich absolvierten Gig in der Stadthalle Sursee, wo fast nur neuere Songs gespielt wurden, waren diesmal auch alte Klassiker auf der Setliste! Der Sound war gut, die Lautstärke, wie einige die noch was hören berichteten, eher an der oberen Grenze. Ich hatte mir in der Zwischenzeit eine gratis „Coop-Pellerine besorgt und über meine Jacke gestülpt. Sah verdammt noch mal aus wie der Michelin-Mann aber wenigstens war es so einigermassen angenehm. Mit einer Flasche Weisswein bewaffnet stapfte ich durch das matschige Gelände und lief stets wieder Mal einem Band-Kollegen über den Weg. Jo Servus!! Jetzt war auch Marc Storage auf der Bühne und sang gegen den Regen an. „American Woman“ und „Highway To Hell“ gehörten meiner Meinung nach zu den Highlights! Absolute Hammer-Stimme!! So ging auch dieser Auftritt zu Ende und man konnte sich endlich unter einem der zahlreichen Zelte im Trockenen verkriechen. Dort wurden noch ein paar Bierchen vernichtet und man liess den Abend ausklingen. Irgendwann verabschiedete sich einer nach dem anderen und auch ich bestellte mir ein Taxi. Das gleiche, nette Fräulein wie nach dem Jubiläumskonzert fuhr Richtung Heimat– juhu!! War ein genialer Anlass!! Ein grosses Dankeschön an alle die uns im Regen zugejubelt haben! Besten Dank auch an das ganze „Autlook-Team“ und im Besonderen Roman Lochmann, der uns diesen Auftritt ermöglicht hat. Wenn ihr die Headliner-Gage mit der unseren vertauscht hättet, wär’s perfekt gewesen hahaha! Nein Scherz beiseite war wirklich geil! So weit ich mich erinnern kann, war der Gästebucheintrag, den ich vor Ort geschrieben habe etwas ausfällig (böser Lallohol!!). Von wegen den Wettergott sollte man in den Arsch ficken und so…hüstel! Falls dem so ist entschuldige ich mich an dieser Stelle hoch offiziell und wenn nicht – auch egal! In diesem Sinne wünschen wir euch einen regenfreien Rest-Sommer! Stay Heavy! Eure Bloody’s |
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